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Freitag, 10 September 2010
 
 
Bücher gegen Kapital und Staat
Wer die Welt verändern will, muss wissen wo diese herkommt und wohin sie soll. Ohne Bildung keine vernünftige Revolution! Nachfolgend einige Anregungen von uns, einsame Stunden abseits der "Barrikade" mit einem guten Buch zu verleben.
 
__ Bücher gegen Kapital und Arbeitszwang
 
>>> Robert Kurz - "Der Kollaps der Modernisierung - Vom Zusammenbruch des Kasernensozialismus zur Krise der Weltökonomie"
 
"Soviel Ende war nie." Mit diesem Satz beginnt eine furiose Analyse der Weltökonomie am Ende des 20. Jahrhunderts. Und was niemand mehr für möglich gehalten hätte: die theoretische Keimzelle, aus der Robert Kurz seine Auseinandersetzung entwickelt, ist die politische Ökonomie eines gewissen Karl Marx, geboren 1818 in Trier und zum wiederholten Mal beerdeigt in den Jahren 1989/91.
Es ist verblüffend zu sehen, welche analytische Kraft nach wie vor in diesem Konzept steckt, wenn ein überlegener Kopf damit arbeitet - was allerdings in den letzten Jahrzehnten kaum vorgekommen ist. Kurz jedenfalls wendet es nicht nur auf den Kapitalismus an, sondern mit derselben Entschiedenheit auf die Regimes der Zweiten und Dritten Welt. Und siehe da - nicht nur auf das Ende des "real existierenden Sozialismus" fällt plötzlich ein neues Licht, sondern auch auf seine Zerfallsprodukte.
Was Robert Kurz vorbringt, ist von größter Aktualität - ob es um den Aufstieg Japans und die Wiedervereinigung Deutschlands geht oder um Schuldenkrisen und Börsenkräche. Doch seine Tiefenschärfe gewinnt das Buch daraus, dass es den Prozeß der Modernisierung insgesamt ins Auge faßt. In dieser Sicht erscheint die Arbeiterbewegung als Fossil und der Triumph der Marktwirtschaft als Illusion.
 
>>> Gruppe Krisis - "Manifest gegen die Arbeit"

Ein Leichnam beherrscht die Gesellschaft - der Leichnam der Arbeit. Alle Mächte rund um den Globus haben sich zur Verteidigung dieser Herrschaft verbündet: der Papst und die Weltbank, Tony Blair und Jörg Haider, Gewerkschaften und Unternehmer, deutsche Ökologen und französische Sozialisten. Sie alle kennen nur eine Parole: Arbeit, Arbeit, Arbeit
 
 
__ Bücher gegen Recht und Ordnung
 
>>> A.G. Grauwacke -  "Autonome in Bewegung - Aus den ersten 23 Jahren"
 
A.G.  Grauwacke, eine Gruppe von fünf Autoren berichtet "streng subjektiv" aus 23 Jahren autonomer Politik (1980-2003). Keine Szene-Broschüre und keine Diplom-Arbeit, sondern der Versuch, der kollektiven Geschichtsarbeit auf die Sprünge zu helfen. Warum wurden und werden Häuser besetzt? Wie fühlst du dich beim Werfen eines Mollis? Gab es die Globalisierungsbewegung schon 1988? Waren die 90er verwirrt? Gibt es heute überhaupt (noch) Autonome? Wie soll's weitergehen?
 
Mehr zum Projekt kollektiver autonomer Geschichtsarbeit: 

 



 
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