| Podiumsdiskussion zum Thema: Jugendkultur und Privatisierung in der Kulturkirche Stralsund |
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| Geschrieben von Jens Knoop | |
| Freitag, 09 Juli 2010 | |
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In Stralsund hört man aus dem Jugendbereich nichts als „Spartöne“ : Jugendzentren werden geschlossen, laufen auf halber oder viertel Kraft oder werden umgewandelt in „Schulsozialarbeit“ , was ja löblich ist, aber zusätzlich eingerichtet werden müsste nicht `anstatt´. In Stralsund gibt es durchaus eine Jugendkulturszene, die selbst aufgebaut, am Rande der Selbstausbeutung, aber super arbeitet, über der aber ständig und unablässig der Rotstift schwebt: Speicher Jugendkunst, StiCer, Performdance-Tanztheater, Kulturkirche, Musikschule u.a..
Die Angebote richten sich an alle, werden aber, mit wenigen Ausnahmen (Jugendkunst, Kultur- und Jugendkirche) vornehmlich aus dem Bereich der Nicht-Benachteiligten (Gymnasiasten) frequentiert. Ansonsten ist für `Jugend´ in Stralsund das Vorherrschen von Institutionen typisch, die sich mit den Jugendlichen und Kindern erst dann beschäftigen, wenn sie Opfer werden, dh schon schwere Verhaltensstörungen und psychische Auffälligkeiten entwickeln, da gibt es Institutionen, die eine ungeheuer fleißige Arbeit leisten: Schillschule, die Kinder-und Jugendambulanz des Krankenhauses West, VSP-Wohngruppen, Chamaeleon uvm. Aber selbst diese Institutionen müssen ständig um Gelder kämpfen. Eine nicht-pathologisierende Präventivarbeit im Kinder- und Jugendbereich ist aber nach den Worten der Oberärztin des Krankenhauses-West (auf dem letzten Kinderschutzkongress in HST 2009) nicht nur humaner, sondern auch deutlich billiger als Jugendliche betreuen, behandeln, therapieren zu müssen, da die Zahlen für Letzteres sich in astronomischen Höhen bewegen. Der Kinderschutzbund hat das Jahr 2010 zum Kampagnenjahr gegen Kinderarmut erklärt, die neuesten bundesrepublikanischen Regelungen zur Kindermitbestrafung von HartzIV-Empfängern, die eben beschlossene Kopfgeldpauschale sind ein einziger Skandal!Es darf, wenn von Jugendarbeit die Rede ist, nicht mehr vom Sparen gesprochen werden, es braucht eine positive, nach vorn hin weisende staatliche Jugendarbeit, die den Jugendlichen Perspektiven,Chancen, Lebensmut und Freude auf die Zukunft vermittelt, für ihre Neugier Forschungsideen anbietet usw., es gibt zwar in Stralsund viel für ausgewählte, von die von ihren Eltern besonders geförderte Gymnasiasten ab der Oberstufe, dem Rest bleibt das Warten auf Hartz IV, eine Zukunft wie etwa ein (guter) Arbeitsplatz, erscheint den Jugendlichen wie Russisches Roulette. Übrig bleibt allernotwendigste Schadensbegrenzung einer jugendlichen Generation, deren Wut sich in Verhaltensproblemen austobt, wie Hass auf die ältere Generation, sich in mangelnder Lernmotivation, Vandalismus, Alkoholismus, Rechtsradikalismus, Gewaltfreudigkeit, Süchten aller Art und Langeweile niederschlägt. Podiumsdiskussion mit Vertretern der Jugendarbeit in Stralsund in der Kulturkirche auf Einladung der Zeitung junge welt um 17 Uhr, mit anschließenden Putensen – Konzert um 19 Uhr, beides: Kulturkirche |
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